H i s t o r i e


Gut Hasselburg

Nördlich des Dorfes Altenkrempe führt von der Landstraße aus in der Gutsachse eine 300 m lange Lindenallee und eine anschließende, von hohen Mauern flankierte Zufahrt durch den Torhausbogen auf die Hofanlage von Hasselburg. Einst schützende Wassergräben umgeben zum Teil noch heute den Baukomplex und trennen Gutshof und Ehrenhof voneinander. In dem großartigen Torhaus und der herrlichen Treppenhalle des Herrenhauses besitzt Hasselburg zwei einzigartige Werke der Gutsarchitektur in Schleswig-Holstein.



Entstehungsgeschichte Gut Hasselburg

Um 1450 werden mit den Buchwaldts erstmals Besitzer auf Hasselburg genannt. Um 1570 erbaut Hans Rantzau hier im Schutze der unzugänglichen und sumpfigen Niederungsgebiete des Neustädter Binnenwassers im Stil einer mittelalterlichen Wasserburg ein typisch holsteinisches Doppelhaus mit davorstehenden, rundem Treppenturm als Herrenhaus.

 

1666 erwirbt der aus Holland stammende Graf Gerhard von Dernath das Gut. Sein Sohn Gerhard II. von Dernath lässt die Rantzausche Wasserburg durch den Hamburger Architekten Johann Nikolaus Kuhn umbauen. So entsteht 1710 über den Kreuzgewölben der alten Burg das Vorderhaus des heutigen Herrenhauses, an das sich eine zweistöckige, 12 x 13 m große Halle anschließt, die ein Drittel des Bauinneren einnimmt und als Diele, Treppenhaus, Festsaal und Repräsentationsraum Verwendung findet. Zu beiden Seiten führen Treppenläufe zu einer umlaufenden Galerie im Obergeschoss hinauf.



Das herrenhaus Gut Hasselburg

Graf Gerhard II. von Dernath erbaut nach 1710 über den Kreuzgewölben einer Rantzauschen Wasserburg das Vorderhaus des heutigen Herrenhauses. Das Innere des gesamten Baukomplexes wird zu einem Drittel von einer großen, zweistöckigen Halle mit doppelläufiger Treppe und umlaufender Galerie eingenommen. Sie dient als Diele, Treppenhaus, Festsaal und Repräsentationsraum. Das äußere Bild des Herrenhauses wird 1804 klassizistisch verändert.

 

Die große Halle ist ein einzigartiges Werk der spätbarocken Architektur in unserem Lande. In illusionistischer Scheinarchitektur öffnet sich auf einem flachen Spiegelgewölbe der Himmel und zeigt den Grafen Dernath, der von der auf einer Wolke thronenden Siegesgöttin die siegreichen Waffen entgegennimmt. Auf dem kleineren Gewölbe des Vorderhauses tragen Engel das Dernathsche Familienwappen zum Himmel.

 

In der Hasselburger Halle entstehen nach 1710 kraftvolle Barockstukkaturen mit halbfigürlichen Atlanten und Karyatiden über den Treppenläufen und schweren Porträtbüsten auf den Supraporten. Um 1763 werden die übrigen Wände mit leichten und eleganten Rokokostukkaturen versehen. 1804 erhält das Herrenhaus sein schlichtes klassizistisches Äußeres.



Das Torhaus Gut Hasselburg

1763 erbaut George Greggenhofer das Torhaus, das sich mit seinen auseinanderstrebenden Seitenflügeln gegen den Hofplatz öffnet. Die stattliche zweistöckige Torfahrt lebt vom äußerst kraftvollen Umriß des Gebäudes, der mit mächtigen konvexem Schwung über dem Dachsims aus der Vertikalen in die Horizontale schwenkt, um nach kurzer Unterbrechung in konkavem Gegenschwung in der Vertikalen der Laterne weiter aufzusteigen. Von der somit dynamisch angehobenen Laternenkuppel aus drängt eine starke, keilförmige Spitze weiter aufwärts.



Die Reetscheune Gut Hasselburg

An der Nordseite des Bauhofes steht die mächtige Reetdachscheune mit weißen Umrahmungen an Rundbogentoren und Ochsenaugen. 1761 erbaut Greggenhofer die große, schöne Nordscheune mit ihrem riesigen Reetdach über niedrigen Längsmauern und mit den Grundmaßen von 72 x 24 Metern.

Die zahlreichen Rundbogentore und Ochsenaugen verleihen dem Bau durch ihre weißen Umrahmungen ein lebendiges Äußeres.



Gut Hasselburg 1977 bis 2010

1977 pachtet Dr. Andreas Beurmann Herrenhaus, Nordscheune und Park.

Als Musiker und Musikwissenschaftler weiß er die unvergleichliche Akustik der großen Halle zu schätzen und restauriert unter Aufwendung großer Mittel das Treppenhaus mit der vom Einsturz bedrohten Galerie. Heute finden in der großen Halle und der schönen, alten Scheune öffentliche Konzerte, Opernaufführungen und andere kulturelle und gemeinnützige Veranstaltungen statt. Das Herrenhaus und die Kavaliershäuser werden privat bewohnt.